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Die Geschichte des Wendelsteins

In seinen "Baierischen Landtafeln" beschreibt der Mathematiker Philipp Apian 1561 erstmals den "Wendelstain" als schwer ersteigbaren Berg. Kein Wunder, denn zu dieser Zeit war Bergsteigen noch keine Freizeitbeschäftigung. Auf einen solchen Felsstock wagten sich nur Hirten, Jäger, oder Almbauern.

König MaxEiner von ihnen, der Sixtenbauer aus Bayrischzell, schrieb Wendelsteingeschichte. Er baute 1718 aus Dankbarkeit für das Wiederauffinden seiner verirrten Rösser jene kleine Wendelinkapelle, die seit zweieinhalb Jahrhunderten auf dem Wendelsteingipfel Wind und Wetter trotzt. Erst im 19. Jahrhundert wurde der Drang zur Eroberung der Natur immer stärker und die Zahl der Wendelsteinbezwinger stieg rapide an.

 

Am 14. Juli 1858 erklomm sogar Bayernkönig Max II. auf seiner Reise von Lindau nach Berchtesgaden zusammen mit seiner Gemahlin Maria (übrigens die erste bergsteigende Berlinerin) und einem großem Gefolge den Wendelstein (s. Bild rechts). Unter den Begleitern war auch der bekannte Mundartdichter Franz von Kobell, der die schöne Geschichte vom "Brandner Kasper" verfasst hat. Zwei fesche Madln aus Bayrischzell wurden gebeten, dem König das Wendelstoa-Lied vorzusingen: "Glaubts mir´s, daß i oft moa´ über mein´ Wendelstoa geht mir koa andrer Platz. Er is mei´ größter Schatz. Drob´n da tuats mi´ freu´n, Singa und Juchhe schrei´n. .... Wann i´erst außi schau´, Wo´s Lüfterl is schö´ blau, Sich i die Stadt (München) die schö´, mit die zwoa Kirchturm steh´. Dort is der Kini z´Haus, `Schaugt wohl in d´Berg oft ´naus, `Sollt´ amal kemma ´rei´, Wur´ihm nit zwider sei´."

 

Der königliche Besuch und die Lobpreisungen durch bayerische Dichter und Schriftsteller haben den "erhabenen Wolkenträger" Wendelstein in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum meistbestiegenen Gipfel in den bayerischen Alpen gemacht.

Der Wendelstein erfreute sich solcher Beliebtheit, dass am 15. Juni 1883 die Eröffnung des Wendelsteinhauses, dem ersten Unterkunftshaus in den bayerischen Alpen, gefeiert werden konnte. Der Grundstein zum Bau des Wendelsteinkircherls wurde 1889 gelegt.

 

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