EU-Mittel für HÖHLEN-KULTUR-ERLEBNIS-Weg im Inntal


BRANNENBURG / WÖRGL - Am 12. November 2008 erhielt das grenzübergreifende Bündnis zwischen der Wendelsteinbahn (mit Wendelsteinhöhle), der Gemeinde Oberaudorf (mit ihren Höhlen), der Gemeinde Ebbs (mit der Tischoferhöhle im Kaisertal) und dem Tiroler Verein für Höhlenkunde (mit der Hundalm-Eishöhle in Wörgl) eine Förderzusage der Europäischen Union. Im Rahmen des EU-Programmes "INTERREG Bayern-Österreich 2007-2013" sollen vier unterschiedliche Höhlenobjekte im Inntal zu einem völlig neuartigen Höhlen-Kultur-Erlebnisweg verbunden werden.
Den meisten Bürgern im unmittelbaren Einzugsgebiet des unteren Inntals ist gar nicht bewusst, welche herausragenden Natur- und Kulturdenkmäler dieser Landstrich besitzt. So zum Beispiel Deutschlands höchste alpine Schauhöhle auf dem Wendelstein oder das so genannte Grafenloch in Oberaudorf mit erst kürzlich ausgegrabenen Funden aus der Karolingerzeit, welche belegen, dass es sich um eine der bedeutendsten Höhlenburgen des gesamten Alpenraumes handelt. Auch die Tischoferhöhle im Kaisertal gilt in der Fachwelt als ideales Anschauungsobjekt zum Thema Frühgeschichte und Tierwelt, präsentiert sich bisher jedoch lediglich als Wander-Geheimtipp für Insider. Zu geheim, wie manche finden. Vierte Höhle im grenzübergreifenden Bunde ist die auf ca. 1.500 Metern gelegene Hundalm-Eishöhle in Wörgl, ein ebenso spannendes, aber leider zu wenig beachtetes beziehungsweise zu spärlich besuchtes Ausflugsziel. Dies soll sich nun ändern. „Die an unserem INTERREG-Projekt beteiligten Objekte passen unter ein gemeinsames Dach und ergänzen sich“, sind sich die vier Kooperationspartner einig, und der Oberaudorfer Peter Hofmann als Ideengeber für das Gesamtkonzept ist überzeugt: „Zwischen den Ausflugszielen entstehen optimale Synergieeffekte, denn sie sind so unterschiedlich, dass bei Besuch einer Station die Neugier und Lust auf das Kennenlernen der anderen Höhlen geweckt wird“. Ziel des HÖHLEN-KULTUR-ERLEBNIS-INNTAL sei es, die Höhlenattraktionen wirtschaftlich zu beleben, den Bekanntheitsgrad zu erhöhen und neue Besucherschichten zu gewinnen, begründet Florian Vogt, Betriebsleiter der Wendelsteinbahn GmbH und INTERREG-„Lead-Partner“ das bayerisch-tirolerische Vorhaben. Die Verknüpfung der Objekte soll unter anderem über eine einheitliche Beschilderung, eine thematische Führung sowie über gemeinsame Vermarktung und Vernetzung erfolgen. Inhaltlich absolut neu ist dabei das Eingehen auf das Thema „Mensch und Höhle“. „Ein vergleichbares Konzept wurde so noch nirgends verwirklicht“, merkt Peter Hofmann, der selbst Höhlenforscher und Buchautor ist, an. Der innovative Charakter des INTERREG-Projektes zeige sich nicht nur im ungewöhnlichen Themen-Ansatz, sondern auch in der technischen Umsetzung, beispielsweise der geplanten Beleuchtungstechnik und Multimedia-Ausstattung der Wendelsteinhöhle. Insgesamt 340.000 Euro Zuschuss aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) erhalten die Kooperationspartner im bayerischen und tirolerischen Inntal zur Umsetzung des gemeinsamen Höhlen-Konzepts, welches die EU darüber hinaus mit dem höchstmöglichen Fördersatz von 60 Prozent honorierte. Ab dem Frühjahr 2009 werden an allen beteiligten Orten Umbau- und Sanierungsarbeiten vorgenommen. Bis 2011 soll das grenzüberschreitende Projekt fertig gestellt sein.
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