Das Wasserkraftwerk der Wendelsteinbahn an der Sudelfeldstraße, © Peter Hofmann
Erbaut 1910, zur Inbetriebnahme der Wendelstein-Zahnradbahn, © Archiv der Wendelsteinbahn GmbH
Ausbildung bei der Wendelsteinbahn. Meister mit Azubi im Wasserkraftwerk, © P. Hofmann
Stauweiher Wendelsteinbahn, © Peter Hofmann

Aktuelles

Kundeninformation zu Spannungseinbrüchen im Stromnetz

Brannenburg / Region (WB VN, 16.06.26) - In den vergangenen Wochen kam es im Netzgebiet der Wendelsteinbahn Verteilnetz GmbH vereinzelt zu kurzzeitigen Spannungseinbrüchen. Diese äußerten sich beispielsweise durch das Flackern von Beleuchtungen oder durch kurzzeitige Störungen bei empfindlichen elektrischen Geräten oder Anlagen.

Die Verantwortlichen der Wendelsteinbahn Verteilnetz GmbH haben die Ursachen dieser Ereignisse umfassend untersucht und standen hierzu mehrfach in engem Austausch mit den zuständigen Fachabteilungen der Bayernwerk Netz GmbH. Dabei konnten innerhalb des eigenen Netzgebiets keine Auffälligkeiten festgestellt werden.

Nach Auswertung der verfügbaren Daten wurde die Ursache der verzeichneten Spannungseinbrüche auf sogenannte erfolgreiche Automatische Wiedereinschaltungen (AWE) im 110-kV-Hochspannungsnetz der Bayernwerk Netz GmbH zurückgeführt. Konkret betraf dies die Leitung „Nußdorf – Flintsbach – Oberaudorf (SK 157)“.

Die nachfolgenden technischen Erläuterungen basieren auf den Informationen und der fachlichen Rückmeldung der Bayernwerk Netz GmbH:

Was bedeutet eine Automatische Wiedereinschaltung?

Die Netze der Bayernwerk Netz GmbH werden nach dem aktuellen Stand der Technik ausgebaut, betrieben und überwacht. Tritt auf einer Hochspannungsleitung ein kurzzeitiger Fehler auf, schaltet das Schutzsystem den betroffenen Leitungsabschnitt innerhalb von Millisekunden ab und automatisch wieder zu. Dieses Verfahren wird als Automatische Wiedereinschaltung (AWE) bezeichnet.

In den meisten Fällen kann dadurch ein vorübergehender Fehler beseitigt werden, ohne dass es zu einer länger andauernden Versorgungsunterbrechung kommt. Die AWE trägt somit wesentlich zur hohen Versorgungssicherheit bei und verhindert häufig größere Störungen im Stromnetz.

Während dieses Vorgangs können jedoch kurzzeitige Spannungseinbrüche auftreten, die von Kunden als Flackern oder als kurze Beeinträchtigung empfindlicher Geräte wahrgenommen werden.

Mögliche Ursache: Großvögel im Bereich der Hochspannungsleitungen

Nach Einschätzung der Netzleitstelle des Bayernwerks wurden die festgestellten Ereignisse mit hoher Wahrscheinlichkeit durch sogenannte einpolige Fehler verursacht. Da die betreffenden Störungen überwiegend in den frühen Morgenstunden auftraten und keine Gewitterereignisse festgestellt wurden, geht Bayernwerk davon aus, dass Großvögel die Ursache waren.

Dabei kann es vorkommen, dass beim Abflug eines Vogels von einem Strommast ein leitfähiger Kotstrahl entsteht, der kurzzeitig einen Fehler an der Hochspannungsleitung auslöst. Das Schutzsystem erkennt diesen Fehler sofort und beseitigt ihn durch die automatische Wiedereinschaltung innerhalb kürzester Zeit.

Was unternimmt Bayernwerk?

Nach Angaben des Bayernwerks werden kontinuierlich Maßnahmen zur Verbesserung der Netzqualität und Versorgungssicherheit umgesetzt, wie z.B. die regelmäßige Instandhaltung von Anlagen und Betriebsmitteln, die kontinuierlicher Modernisierung der Netzinfrastruktur sowie die Identifizierung besonders störanfälliger Netzbereiche.

Unser Hinweis an die Kunden

Die Wendelsteinbahn Verteilnetz GmbH nimmt Hinweise auf Netzauffälligkeiten sehr ernst und bedankt sich bei allen Kundinnen und Kunden für die Rückmeldungen. Durch die intensive Zusammenarbeit mit den Fachstellen des Bayernwerks konnte die Ursache der beobachteten Spannungseinbrüche nachvollzogen werden.

Nach aktuellem Kenntnisstand handelt es sich nicht um einen Fehler im Netzgebiet der Wendelsteinbahn Verteilnetz GmbH. Die Versorgungssicherheit ist weiterhin gewährleistet. Gemeinsam mit Bayernwerk werden die Entwicklungen weiterhin aufmerksam beobachtet.