Das Wendelsteinhaus im Jahr 1883, © Archiv der Wendelsteinbahn GmbH
Winterlicher Blick zum Wendelsteinhaus mit Kirche, © Peter Hofmann

Das Wendelsteinhaus

Erstes Bergwirtshaus in den Bayerischen Alpen

Schon Ende des 19. Jahrhunderts war der Wendelstein der wohl meist besuchte Lieblings-Berg in den Bayerischen Alpen. Der Wunsch nach einem Bergwirtshaus auf demselbigen lag nahe. Eine kleine Anzahl leidenschaftlicher Alpenfreunde, darunter der Münchner Kunstprofessor Max Kleiber (auch Erbauer des Wendelsteinkircherls) gründete deshalb im Frühjahr 1882 den Verein „Wendelsteinhaus“. Der Plan zum Bau des ersten bewirtschafteten Unterkunftshauses in den Bayerischen Alpen wurde daraufhin in die Tat umgesetzt; die touristische Erschließung des Wendelsteins nahm ihren Lauf.

Über den Standort war man sich schnell einig. Das Wendelsteinhaus sollte auf dem so genannten Angerl auf der Südostseite des Berges, ca. ¼ Stunde unterhalb des Gipfels gelegen, gebaut werden. Den Grund und Boden, vier Tagwerk, kaufte Max Kleiber 1881 von vier Bayrischzeller Bauern um damals 400 Mark.

Ansprachen, Musik und Böller umrahmten die feierliche Grundsteinlegung am Pfingstmontag, 29. Mai 1882. Baumeister waren die Gebrüder Schröter aus Miesbach, die genug Begeisterung mitbrachten, das Projekt zum Selbstkostenpreis auszuführen. Gastarbeiter aus Italien erledigten die Maurer- und Zimmererarbeit. Da es damals noch keine Bergbahnen gab, musste das Material über Bayrischzell mühsam aus eigener Kraft oder mit Lasttieren in hochalpines Gelände hinauf geschleppt werden. Der Stein wurde dann vor Ort geschlagen, das Holz mittels Seilwinden hinaufgezogen.

Eröffnung des Wendelsteinhauses

Am 15. Juni 1883 wurde das Wendelsteinhaus eröffnet. Rund 800 Menschen, Städter sowie die Landbevölkerung aus der Umgebung, wohnten dem denkwürdigen Ereignis bei. Erster Pächter war ein Tiroler namens Johann Krimbacher. Im Jahr 1885 trugen sich laut statistischen Aufzeichnungen des Alpenvereins 6.193 Besucher ins Gästebuch des Wendelsteinhauses ein.

Nach der Eröffnung im Jahre 1883 nahm der Besucherstrom gewaltige und nicht geahnte Ausmaße an. Obwohl das Haus im Höchstfall 70 Personen unterbringen konnte, kam es nicht selten vor, dass weit über 100 Bergfreunde darin nächtigten, so dass das Wendelsteinhaus nur wenige Jahre später dringend erweitert werden musste. Das alte Haus wurde dabei zum größten Teil niedergerissen und es entstand zwischen dem oberen Gipfelabsturz und dem „Gachen Blick“ eine neue, größere Gaststätte. 1887 wurde sie wiederum eingeweiht und steht heute noch, wenn auch inzwischen mehrfach verändert und modernisiert. Ein Zeitzeuge, der sämtliche Bauphasen schadlos überstanden hat, ist der prächtige Kachelofen. Er kann heutzutage als "Herzstück des Wendelsteinhauses" in der sog. Bierstube bewundert werden.

Ausführliche Informationen über den Wendelstein und seine Geschichte können Sie nachlesen im gleichnamigen Buch, erhältlich im Online-Shop und an den Talstationen der Zahnradbahn und Seilbahn.

© Carolin Baumann

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